Führungserfahrung aus der Wissenschaft sichtbar machen: So überzeugst du Unternehmen

Veröffentlicht am 30. Juni 2026 um 21:57

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Wer eine wissenschaftliche Karriere einschlägt, denkt zuerst an Forschung, Publikationen, Drittmittel oder die eigene Dissertation. Doch spätestens in der Postdoc-Phase verändert sich die Rolle: Plötzlich geht es nicht mehr nur um die eigene wissenschaftliche Leistung, sondern auch darum, Menschen anzuleiten, Projekte zu koordinieren und Verantwortung zu übernehmen. Vielen fällt dabei gar nicht auf, dass sie längst Führungsaufgaben übernehmen. Genau das wird später beim Wechsel in die freie Wirtschaft häufig zum Nachteil: Wer seine Erfahrungen selbst nicht als Führung versteht, stellt sie auch im Bewerbungsprozess nicht entsprechend dar.

Führung hat nicht immer einen Titel

Viele verbinden Führung mit einer Professur oder einer offiziellen Leitungsfunktion. Tatsächlich beginnt sie häufig schon viel früher. Vielleicht hast du schon Bachelor- oder Masterstudierende betreut, wissenschaftliche Hilfskräfte eingearbeitet oder ein Forschungsprojekt koordiniert. Auch die Organisation von Abläufen im Labor oder die Moderation von Teammeetings gehören für viele Nachwuchswissenschaftler ganz selbstverständlich zum Arbeitsalltag. 

Natürlich ersetzt das keine langjährige disziplinarische Führungsverantwortung. Dennoch erlernt man bei genau diesen Tätigkeiten Kompetenzen wie Kommunikation, Verantwortungsbewusstsein oder konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. All dies sind Fähigkeiten, die auch außerhalb der Wissenschaft gefragt sind.

Die Universität ordnet diese Erfahrungen anders ein als Unternehmen

Innerhalb der Wissenschaft werden solche Aufgaben häufig als selbstverständlicher Teil der akademischen Qualifizierung betrachtet. Im Fokus stehen meist Publikationen, Drittmittel oder die fachliche Expertise. Dagegen blicken Unternehmen oft mit einer anderen Perspektive auf diese Erfahrungen. Wer Studierende betreut hat, bringt möglicherweise Erfahrung in der Wissensvermittlung, im Feedbackgeben und in der Entwicklung anderer Menschen mit. Wer Forschungsprojekte koordiniert hat, verfügt häufig über Kompetenzen im Projektmanagement, in der Abstimmung mit verschiedenen Stakeholdern und im Umgang mit komplexen Aufgaben.

Es geht also nicht darum, Erfahrungen größer zu machen, als sie sind. Vielmehr geht es darum, sie in einen Kontext zu setzen, den Personalverantwortliche außerhalb der Wissenschaft nachvollziehen können.

Das eigentliche Problem ist selten fehlende Führungserfahrung

In meiner Arbeit mit Promovierenden und Postdocs erlebe ich immer wieder, dass vorhandene Kompetenzen unterschätzt werden. Im Lebenslauf stehen dann Formulierungen wie "Betreuung von Studierenden" oder "Mitarbeit im Forschungsprojekt". Was dabei häufig unsichtbar bleibt, ist die Verantwortung, die hinter diesen Aufgaben steckt: Menschen begleiten, Projekte strukturieren, Entscheidungen treffen oder unterschiedliche Interessen koordinieren. Gerade diese Erfahrungen können im Bewerbungsprozess den Unterschied machen – vorausgesetzt, sie werden als das beschrieben, was sie tatsächlich sind.

Eine gute Positionierung macht Kompetenzen sichtbar

Der Wechsel in die freie Wirtschaft beginnt daher nicht erst mit der Bewerbung oder dem Lebenslauf. Er beginnt mit einem realistischen Blick auf die eigenen Erfahrungen und Kompetenzen. Wer erkennt, welche Fähigkeiten während der wissenschaftlichen Laufbahn bereits entstanden sind, kann sie auch überzeugend kommunizieren. Das stärkt am Ende nicht nur die Bewerbungsunterlagen, sondern auch das eigene Auftreten. Denn wenn du dir deiner Führungskompetenzen bewusst bist, kannst du diese auch in Vorstellungsgesprächen klar und selbstsicher vertreten.

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Deine Eva-Maria

 

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