Meine berufliche Neuorientierung: Vom Beamtentum in die Selbstständigkeit

Veröffentlicht am 1. Januar 2026 um 16:18

tcerovs – stock.adobe.com

 

Zwischen den Jahren ziehen viele Menschen ein persönliches Fazit. So auch ich. 2025 war schließlich das Jahr mit der größtmöglichen beruflichen Veränderung für mich: Ich habe meinen sicheren Lehrerjob an den Nagel gehängt und mich selbstständig gemacht. Klingt verrückt? Ich habe es gewagt. Gern erzähle ich dir, wie es dazu kam. 

 

Erkenntnis: Mein Weg passt für mich nicht mehr.

Ich war immer gerne Lehrerin und liebte es "meine" Fremdsprachen zu unterrichten. Aber ich war zum zweiten Mal sehr krank. Covid hat mich umgehauen. Monatelang hatte ich mit Problemen zu kämpfen, verbrachte sogar ein paar Tage im Krankenhaus. Ob ich wohl dienstunfähig werde? Wie soll ich je wieder vor einer Klasse stehen? Muss ich wirklich die Reha antreten, die mir der Amtsarzt verordnet hat – auch wenn es sich für mich nicht passend anfühlt? Diese Fragen quälten mich, nahmen mir jegliche Energie. Irgendwann spürte ich: Vielleicht geht es ja gar nicht darum, wieder wie früher zu "funktionieren". Ich kann mich schließlich auch neu entscheiden. Immer mehr wurde mir klar: Ich möchte mir etwas Eigenes aufbauen. Einen Weg finden, der mir mehr Freiheit gibt. Einen Weg, der für mich jetzt einfach besser passt.

 

Schritte in die Veränderung

In dieser Zeit beschäftigte ich mich viel mit meinen Zielen und Werten: Was macht mich eigentlich aus? Wohin will ich? So war mir schon vor meiner Kündigung klar, dass ich jungen Erwachsenen, vor allem Studierenden, beim Übergang in den Beruf helfen möchte. Also informierte ich mich über mögliche Wege und entschied mich, einen Lehrgang zur Fachkraft für Job- und Bewerbungscoaching mit IHK-Zertifikat zu absolvieren. Eine solide Qualifikation war mir wichtig, schließlich gibt es auf dem Coaching-Markt leider auch viele schwarze Schafe. Ich lernte viel über Arbeits- und Organisationspsychologie, systemische Methoden und Beratung – für mich alles sehr spannende Themen. Neues zu lernen fällt mir leicht und gibt mir Energie, da bin ich eine klassische Geisteswissenschaftlerin.

Mit Beginn des Lehrgangs schaffte ich für mich auch formell Klarheit: Ich kündigte meine Beamtenstelle. Das geht beim Freistaat Bayern tatsächlich formlos und ohne Frist. Einfach Entlassung aus dem Staatsdienst beantragen und gut ist's. Völlig bewusst war mir auch, was ich damit alles aufgebe. Einen krisensicheren Job, meine bisher erarbeiteten Pensionsansprüche (die habe ich mir vorher ausrechnen lassen), meine private Krankenversicherung mit Beihilfe. Adiós und bye-bye!

 

Existenzgründung und Start einer Selbstständigkeit

Auch hier gab es VIEL Neues für mich: Muss ich ein Gewerbe anmelden oder bin ich Freiberuflerin? Welche Versicherungen brauche ich? Wie baut man eine Website zusammen? So lernte ich beispielsweise, dass ich als Einzelunternehmerin unter meinem vollen Namen auftreten muss und mein Rufname "Eva" nicht reicht, da ich offiziell "Eva-Maria" heiße. Und ich musste erkennen, dass eine neue Website nicht allein deshalb von Google gefunden wird, weil sie veröffentlicht wurde.

Akzeptiert habe ich auch, dass vieles erst auf dem Weg entsteht. Ich schreibe gerne – ach, da starte ich jetzt einen Blog. Ist schließlich auch gut für Google (Stichwort SEO). Ein kostenloses Angebot braucht man heutzutage auch – hm, vielleicht könnte ich einen kurzen Lebenslauf-Check anbieten. Und was ist eigentlich mit Social Media? LinkedIn klingt gut, zum beruflichen Netzwerk passt mein Thema am besten. Da meld' ich mich morgen mal an. Schritt für Schritt in die Veränderung. Voller Ideen und Leichtigkeit. Und ganz nebenbei hat sich auch mein Gesundheitszustand verbessert.

 

Dankbarkeit und Vertrauen ins Leben

Ich bin sehr dankbar für meine Zeit als Beamtin. Sie war lehrreich und schön. Ich habe als Lehrerin wertvolle Kompetenzen erworben, die ich perfekt in meine neue Tätigkeit einbringen kann. Voller Vertrauen gehe ich jetzt meinen neuen Weg. Dass dieser auch so einige Hürden mit sich bringen wird, ist mir völlig klar. Aber das möchte ich sogar. Dinge ausprobieren, nachjustieren, an ihnen wachsen. Genau das ist es, was mich lebendig macht.

 

Du spielst auch mit dem Gedanken an eine Neuorientierung? Gerne stehe ich unterstützend an deiner Seite.

👉Hier erfährst du mehr über mein Coaching

 

Deine Eva(-Maria)

 

© 2025 Eva-Maria Bucher – Jobcoaching

Impressum: https://www.bucher-jobcoaching.de/impressum

Datenschutz: https://www.bucher-jobcoaching.de/datenschutzerklaerung