Berufseinstieg nach dem Studium: Abschluss in der Tasche – und jetzt?

Veröffentlicht am 15. Januar 2026 um 16:00

Prostock-studio– stock.adobe.com

 

Stolz hältst du dein Abschlusszeugnis in den Händen. Es ist deine Eintrittskarte in einen neuen Lebensabschnitt: den Berufseinstieg. Ganz einfach "einsteigen" in den neuen Job? Schön wär’s! Denn zwischen Zeugnisübergabe und erstem Arbeitstag liegt für viele Absolventinnen und Absolventen eine Phase, die von Unsicherheit, Fragen, aber auch von Chancen geprägt ist.

 

Berufsorientierung nach Bachelor oder Master meistern

Viele gehen davon aus, dass ein Studium automatisch zu einem passenden, qualifizierten Job führt. Das stimmt allerdings nur bedingt. Wer keinen Studiengang mit relativ klar vorgezeichneter Laufbahn gewählt hat (z. B. Lehramt, Jura oder Medizin), steht am Ende seines Studiums oft erst einmal vor einer offenen Frage: Was mache ich eigentlich konkret mit meinem Studium?

Du bist nun Expertin oder Experte für dein Fach oder deinen Schwerpunkt. Du kannst recherchieren, analysieren, komplexe Inhalte erfassen und bewerten. Doch diese Kompetenzen lassen sich auf viele Berufsfelder übertragen. Genau hier beginnt die eigentliche Orientierungsarbeit.

Idealerweise hast du dich bereits während des Studiums mit möglichen Tätigkeitsfeldern beschäftigt, Karrieremessen besucht und Kontakte geknüpft. Ja, Vitamin B spielt eine Rolle – auch wenn es sich unfair anfühlt, entstehen viele Jobs genau so. Vielleicht kannst du sogar an frühere Praktika oder Werkstudententätigkeiten anknüpfen? Wichtig ist auch, dass du ein klares Bild von dir selbst hast, mit deinen individuellen Stärken, Schwächen und Interessen.

 

Mein Impuls:
Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich wirklich, was eher nicht?

 

Bewerbungen nach dem Studium strategisch angehen

Lebenslauf, Anschreiben, Vorstellungsgespräch – für viele Absolventinnen und Absolventen komplettes Neuland. An der Uni wurde Genauigkeit trainiert, nicht Selbstmarketing. Deshalb sind Bewerbungsunterlagen oft überladen: jede Station detailliert aufgelistet, sämtliche Zeugnisse angehängt, im Anschreiben wird der Lebenslauf ausführlich nacherzählt.

Bedenke aber, dass Personaler oft wenig Zeit haben. Deine Unterlagen werden in wenigen Sekunden gescannt. Umso wichtiger ist es, dass dein Profil klar und auf den ersten Blick erkennbar ist. Strukturiere deine Erfahrungen, filtere das Wesentliche heraus und mache dir bewusst, was dich ausmacht. Dein "persönlicher USP" ist kein Zeichen von Angeberei, sondern notwendig, um im Bewerbungsprozess sichtbar zu werden.

Selbstmarketing bedeutet also nicht, dich besser darzustellen, als du bist. Es geht darum, deine Stärken gezielt und passend zur Stelle zu kommunizieren. Formulierungen wie "Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie …" wirken passiv. Aktiver klingt:
"Gerne bringe ich meine Kompetenzen ... bei Ihnen ein."

 

Leitfragen:
Wo habe ich bereits relevante Erfahrungen gesammelt? Was kann ich besonders gut?

 

Deine eigenen Erwartungen realistisch einschätzen

"Es muss mein Traumjob sein."
"Mit guten Noten, Auslandsaufenthalten und relevanten Praktika klappt das ganz schnell."
"Vitamin B brauche ich nicht."

Solche Gedanken sind verbreitet und nachvollziehbar, doch sie können auch enttäuschen. Vor mehr als zehn Jahren startete mein Mann, frischgebackener BWL-Absolvent, genau so in seine Jobsuche. Am Ende lagen einige Monate zwischen seinem Abschluss und dem erstem Job. Der Einstieg war nicht das große Ziel, aber er brachte ihn in den Bereich, in dem er noch heute gerne tätig ist. 

Der erste Job muss nicht perfekt sein. Rückblickend ist er oft eine Entscheidung für eine Richtung. Vertraue dem Leben und seinem Timing. Und bleib dabei offen für Wege, die du heute noch nicht auf dem Schirm hast.

 

Umgang mit den Erwartungen deines Umfelds

"Wie, du hast jetzt deinen Abschluss, aber noch keinen Job?"
"Du musst dich einfach breiter bewerben."
"Frag doch mal XY, der sucht doch gerade jemanden."

Dein Umfeld meint es meist gut, und setzt dich trotzdem unter Druck. Schließlich "findet ein Akademiker doch immer etwas". Viele unterschätzen, dass der Arbeitsmarkt aktuell für Berufseinsteiger nach dem Studium deutlich schwieriger ist als noch vor ein paar Jahren. Es gibt weniger passende Stellen, höhere Anforderungen und mehr Konkurrenz.

Lass dich davon nicht verunsichern. Dein Weg ist individuell und du selbst bist der wichtigste Experte dafür.

 

Wenn du dir Unterstützung bei deiner Berufsorientierung oder im Bewerbungsprozess wünschst, begleite ich dich gern auf diesem Weg.
👉 Hier erfährst du mehr

 

Deine Eva-Maria

 

© 2025 Eva-Maria Bucher – Jobcoaching

Impressum: https://www.bucher-jobcoaching.de/impressum

Datenschutz: https://www.bucher-jobcoaching.de/datenschutzerklaerung