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Seit Monaten versuchst du nun, einen Job zu finden. Du hast bereits alles durch: Bewerbungen, auf die nicht einmal eine Rückmeldung kam. Bewerbungen, die in Vorstellungsgespräche oder sogar anschließende Aufgaben gemündet sind. Dazwischen hieß es warten und hoffen. Emotional ein reines Auf und Ab. Und dann kommt er endlich, der ersehnte Anruf: "Ich habe gute Nachrichten für Sie: wir haben uns für Sie entschieden." Allerdings ist diese Stelle nicht dein Plan A, mehrere Bewerbungen laufen noch. Was nun?
Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch! Dein Engagement hat sich endlich ausgezahlt. Du hast bewiesen, dass du mit deinen Fähigkeiten und Kompetenzen überzeugst. Das spricht für dich. Dennoch muss es ja für beide Seiten passen. Wenn du nun zweifelst, hat das sicherlich seine Gründe. Schauen wir uns einmal typische Situationen an:
Im Vorstellungsgespräch ist der Funke einfach nicht übergesprungen
Dein Bauchgefühl sagt dir einfach, dass es nicht passt. Vielleicht war in den Gesprächen deine künftige Chefin oder dein künftiger Chef dabei und irgendetwas hat dich irritiert. Oft reicht schon eine Bemerkung oder ein seltsamer Blick. Natürlich bieten Vorstellungsgespräche nur einen begrenzten Rahmen für ein gegenseitiges Kennenlernen. Allerdings wirst du mit diesen Menschen sehr viel Zeit verbringen, wenn du die Stelle antrittst. Daher ist es absolut verständlich, dass du deine Entscheidung in dieser Hinsicht gründlich überdenkst.
Gehaltlich stimmt es nicht
Du hast dich sicher schon gut informiert, mit welchem Gehalt du als Berufseinsteiger in deiner Branche und im angegebenen Tätigkeitsbereich ungefähr rechnen kannst. Nun liegt das Angebot allerdings darunter und du fragst dich, ob du dich damit unter Wert verkaufst. Nun geht es darum, ehrlich zu dir selbst zu sein und abzuwägen: Ist es mir aktuell wichtiger, zunächst eine Stelle zu haben und erste Erfahrungen zu sammeln? Oder ist die Bezahlung etwas, das mich dauerhaft stören würde und meine Zufriedenheit auch jetzt schon entscheidend beeinflusst?
Der Job ist befristet
Natürlich bietet eine Festanstellung viele Vorteile und vor allem Sicherheit. Dennoch ist es bei vielen Menschen so, dass der erste Job befristet ist. Mein allererster Job war tatsächlich ein Halbjahresvertrag. Ja, du liest richtig, er ging über nur knapp sechs Monate: Mitte Februar bis Ende Juli. Er brachte mich allerdings näher an mein damaliges Ziel, die Verbeamtung. Bedenke bei deiner Entscheidung auch, dass eine Befristung nicht nur deinem Arbeitgeber, sondern auch dir Flexibilität ermöglicht. Dadurch hast du die Chance, neue Optionen auf dem Arbeitsmarkt zu prüfen und deinen nächsten Schritt gezielt anzugehen.
Du müsstest umziehen
Völlig selbstverständlich hast du dich an verschiedenen Orten beworben. Vielleicht sogar deutschlandweit. Nun wird es aber richtig konkret: Homeoffice ist nicht möglich und die Stelle ist hunderte Kilometer weit weg. Jetzt musst du wohl oder übel Prioritäten setzen: Stürzt du dich lieber ins Abenteuer oder überwiegt der Wunsch nach Nähe zu Familie und Freunden? Bedenke dabei auch, dass dein erster Job wohl eher kaum der letzte sein wird. Laut der Frankfurter Rundschau ("Warum Berufseinsteiger bereits nach einem Jahr kündigen", Artikel von Sven Trautwein, 27.09.2025) plante 2025 die Mehrheit der Hochschulabsolventen aus der Gen Z, nicht mehr als zwei Jahre bei ihrem ersten Arbeitgeber zu bleiben. Wenn du über den Umzug nachdenkst, betrachte die Entscheidung also zunächst für den Moment, nicht unbedingt für immer. Ich bin für meinen ersten Vertrag übrigens mehr als 200 km von meinem damaligen Wohnort weggezogen. Und inzwischen, zehn Jahre später, bin ich wieder zurück in meiner Heimat.
Was du jetzt konkret tun kannst:
Bewahre einen kühlen Kopf und entscheide nicht überstürzt. Bedanke dich für das Angebot und signalisiere Wertschätzung. Bitte anschließend um Bedenkzeit – das ist absolut legitim und üblich. Diese Zeit kannst du dann auch taktisch nutzen: Melde dich bei denjenigen Unternehmen, bei denen du noch im Rennen bist und die du bevorzugst. Teile ihnen mit, dass dir nun ein anderes Angebot vorliegt, du ihre Stelle jedoch priorisieren würdest und erkundige dich nach dem Stand deiner Bewerbung. So schaffst du gleichzeitig Transparenz für beide Seiten.
Der Bewerbungsprozess fühlt sich oft an wie ein kleines Pokerspiel – sowohl für dich als auch für das Unternehmen. Aber egal, ob Plan A, Plan B oder ein unerwarteter Umweg: Oft bringen dich genau diese Entscheidungen und Erfahrungen letztendlich dorthin, wo du wirklich zufrieden bist.
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