Bewerben als Akademiker in Zeiten von KI: Gedanken & Tipps

Veröffentlicht am 5. November 2025 um 08:41
Bewerben in Zeiten von KI

Miha Creative – stock.adobe.com

 

Bewerbungen schreiben – für viele Menschen eine nervige Hürde auf dem Weg zum Job. Man könnte meinen, für Akademiker sei das Erstellen von Lebenslauf und Anschreiben ein Kinderspiel. Tatsächlich tun sich viele genau damit schwer. Wahrscheinlich hast du dich, abgesehen von Praktika oder Nebenjobs, noch nie in der freien Wirtschaft beworben und fragst dich nun: Wie geht das heute eigentlich? Und welche Rolle spielt dabei KI?

Berufsorientierung auf dem klassischen Bildungsweg: Fehlanzeige.

Deine Schulzeit ist jetzt schon lange her. Vielleicht wurde das Thema Bewerbung damals irgendwann mal in einer Unterrichtsstunde besprochen. Oder auch nicht, wie in meinem Fall. Zu meiner Schulzeit war im bayerischen Lehrplan an Gymnasien noch keine Berufsorientierung verankert. Danach an der Uni standen ebenso Fachinhalte im Vordergrund. So wundert es einen kaum, dass der SPIEGEL bereits vor Jahren feststellte: "Bewerbungen: Akademiker machen die größten Fehler" (SPIEGEL Archiv, 13.09.2012, Artikel von Gerhard Winkler). Darin berichtet die Arbeitgeberin Frau B., sie habe von Bewerbern mit Hochschulabschluss "so viele unsinnige Bewerbungen [erhalten]", es sei "zum Verzweifeln". Oft seien diese viel zu umfangreich und dabei gleichzeitig wenig aussagekräftig.

KI-generierte Bewerbungen: Texte ohne Persönlichkeit

Es mag daher schon verlockend klingen: ein Klick, und fertig ist die Bewerbung. Doch Vorsicht: Wenn du deine Unterlagen einfach von einer KI erstellen lässt, fehlt es ihnen an Persönlichkeit – sie sind nicht authentisch. Personaler merken oft sofort, wenn ein Text nicht "echt" klingt. Dabei ist es genau das, was Bewerbungen heute erfolgreich macht: Du selbst, dein individueller Stil, deine Geschichte. Gerade im Zeitalter von KI zählen diese Aspekte deiner Bewerbung mehr denn je. Daher wirkt es fast schon leichtsinnig, die Verantwortung für deine Unterlagen an die Technik abzugeben (und sie nebenbei mit deinen ganz persönlichen Daten zu füttern). Vergiss auch nicht, dass KI-generierte Texte oft Fehler enthalten. Eine gründliche eigene Überarbeitung ist ohnehin unvermeidlich.

Digitale Bewerbungsprozesse: Wenn die Technik vorsortiert

Für Unternehmen bieten digitale Prozesse im Personalbereich heute einen echten Mehrwert. Viele Firmen nutzen Bewerbungsplattformen, automatisierte Lebenslauf-Screenings oder KI-gestützte Matching-Tools. So können sie aus hunderten von Bewerbern schnell diejenigen Kandidaten herausfiltern, die am besten zur Stelle passen. Für dich bedeutet das: Deine Bewerbung muss gut lesbar sein, sowohl für Menschen als auch für digitale Systeme (ATS). Wenn deine Unterlagen den Algorithmus verwirren, z.B. durch grafische Icons oder ein unvorteilhaftes Layout, kann es sein, dass eine automatisierte Absage nicht lange auf sich warten lässt.

Meine Bewerbungstipps für dich:

  • KI nur als Hilfsmittel: Nutze Tools, um Ideen zu sammeln oder Formulierungen zu prüfen. Den Haupttext solltest du aber immer selbst schreiben.

  • Klarer Aufbau: Strukturierter Lebenslauf in einer Spalte, übersichtliches Anschreiben, aussagekräftiger Betreff. Dann erkennen sowohl Personaler als auch Systeme sofort deine Stärken.

  • Individuell statt Standard: Beziehe dich ganz konkret auf die Stelle und das Unternehmen. Setze deine eigenen Erfahrungen dazu in Bezug. So bekommt die Bewerbung deine persönliche Note.

  • Keywords gezielt einsetzen: Viele digitale Systeme suchen Bewerbungen nach Schlagwörtern ab. Nutze sie clever, aber übertreibe dabei nicht – sonst könnte es gekünstelt wirken.

 

Du hast das Gefühl, dass bei deiner Bewerbung noch Luft nach oben ist? Gerne werfe ich einen Blick darauf und gebe dir Feedback.

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Deine Eva-Maria

 

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